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Das neue Hausprogramm: BOPSER 9 - Die unerträgliche Widerspenstigkeit des Seins

Worauf dürfen sich die Zuschauer beim neuen Hausprogramm freuen? Um welches Thema geht es diesmal in der Hausproduktion?

Sebastian Weingarten:

Das Stück greift existenzielle Fragen auf,  wie sie sich auch in der derzeitigen Pandemie stellen: Was passiert in solch einer Ausnahmesituation mit den Menschen? Macht es noch Sinn irgendetwas im Leben zu planen? Und was bleibt von uns übrig, wenn wir uns nicht mehr planen können? Wie steht es um unsere Sicherheit? Darf man jetzt für immer von allem zwei Meter Abstand halten? Was bedeutet uns Freiheit? Und tun wir jetzt einfach so, als sei nichts gewesen? Wird dann alles wieder gut? Oder ist jetzt der Moment, um endlich dieses bessere Leben anzufangen? Jeder redet davon – tun wir auch was dafür?

Wird der Schauplatz wieder Stuttgart sein? Wo spielen sich die Szenen hauptsächlich ab?

Sebastian Weingarten:

Ja, Stuttgart ist wieder Dreh- und Angelpunkt. Diesmal spielt das Stück in einem Mehrparteienhäusle in Halbhöhenlage mit korrekt gemischter Mietgemeinschaft. Vor allem das Erdgeschoss wird zum Begegnungsort für allerlei Mitbewohner. Die Wohnung dort im EG ist zur coolen Musikbude umfunktioniert, in der es immer hitzig und witzig hergeht. Dass kein geringerer als Michael Krebs dieses Domizil für sich nutzt, lässt ahnen, was uns dabei auch musikalisch erwartet!

Wer ist im Ensemble und in  welchen Rollen zu sehen? Gibt es auch ein Wiedersehen mit dem Intendanten im Stück?

Sebastian Weingarten:

Wie schon erwähnt, ist Michael Krebs als Musiker mit von der Partie. Außerdem spielen Claudia Dilay Hauf als Intensivpflegerin mit akutem Sekundenschlaf, Björn Christian Kuhn gibt den Lokalpolitiker, in dem ein verhinderter Startenor steckt. Und auch Viola Neumann und Thilo Seibel sind wieder auf der Bühne zu sehen. Sie alle  schlüpfen in diverse Rollen, zum Beispiel als schlagkräftige Managerin, heroische Wohnungseroberer, genialische Stadtplaner und betreuungslose Kleinkinder. Und einer – ich verrate nicht, wer - hat eine Glanzrolle als Kabarettist mit einem drohenden Daimler-Firmenauftritt.

Und ob ich wieder mitspiele?  - Mit größtem Vergnügen! Ich widme mich mit Hingabe und Fallstricken einer Figur, die mir ferner nicht liegen könnte! Es wird aufregend!

Na, das hört sich ja vielversprechend an! Hochaktuelle Themen mit viel Gesprächs- und Zündstoff, skurrile, witzige Charaktere und spritzige Musik – das sind die Zutaten für Spaß und gute Unterhaltung!

Aber fragen wir doch einfach mal den Autor des Stückes. Thilo Seibel, was er uns zum Hausprogramm erzählen kann.

Hallo Thilo! Wie schön, dass du heute Zeit für uns hast. Lass uns einen Blick auf das neue Satirestück werfen, das du fürs Renitenz geschrieben hast – zum zweiten Mal übrigens lieferst du ja den Stoff für das eigene Hausprogramm!

Thilo Seibel:

Ja, und das macht mich RICHTIG stolz...! Spaß macht es nebenbei übrigens auch noch. Das ist nicht unwichtig in diesem extrem spaßigen Jahr.

Wie ist die Idee zum neuen Stück entstanden? Wie bist du darauf gekommen?

Thilo Seibel:

Ganz wichtig erstmal: Ich bin nicht allein darauf gekommen. Wir haben eine äußerst erquickliche Zusammenarbeit - „wir“, das sind neben  meiner Wenigkeit Hans Holzbecher, der schon lange vor der eigentlichen Regiearbeit seine Ideen einfließen lässt und unverzichtbar mit konzeptioniert. Und Michael Krebs ist in jeder Hinsicht eine Bereicherung. Er ist überaus kreativ und hat von Anfang an mit entwickelt und viel Herzblut reingegeben. Insofern: Teamwork. Ohne die beiden würde es das Stück nicht geben. Und Michael Frowin hat auch noch mitgearbeitet. Also, so schlecht, als hätte ich es allein geschrieben, kann es gar nicht sein...!

Und die Idee für das Stück – die bunte Hausgemeinschaft – ist ja ein Abbild der Gesellschaft. Wir erzählen diesmal weniger eine dramaturgisch straffe, komplexe Geschichte. Es geht mehr um die einzelnen lebendigen Figuren, mit denen man die Themen und Stimmungen dieser Zeit gut erzählen kann. Also z.B. die ungeheure Aufbruchsstimmung in der Politik, die Sorglosigkeit gerade der Jugend, was ihre Zukunft angeht, die frenetische Empathie und der tosende Gemeinsinn der Menschen, die in tiefer Wertschätzung voreinander bis zur Selbstaufgabe an einer goldenen Zukunft arbeiten.

Gibt es eigene Erfahrungen von dir, die in das Stück eingeflossen sind?

Thilo Seibel:

Ja, man läuft herum und schaut sich alles an und wundert sich, und bei den unauffälligsten Dingen denkt man dann: Hui, des möcht ma erzählet.

Was hat dich an einem neuen Stück/an der Thematik gereizt?

Thilo Seibel:

Die Szenerie einer Hausgemeinschaft eröffnet einfach ungeheuer viele Möglichkeiten. Es kann ein Blumenstrauß an kauzigen Menschen auftauchen, weil sie da leben und sich vertragen müssen. Es kann alles passieren, man kann in alle denkbaren Spielszenen reingehen und dann immer wieder an den vertrauten Ort mit vertrauten Figuren zurückkehren. Dazu kommt, dass wir dem Herrn Intendanten da eine hübsche Rolle auf den Leib schreiben konnten. Er ist nicht wirklich der Stinkstiefel der Hausgemeinschaft im Stück. Obwohl...

Und Dank Hans Holzbecher ist dieses Stück fürs Renitenz wieder mehr als einfach nur Kabarett – es ist Theater! Musik! Wir wollten einfach etwas Eigenes machen, und ich hoffe, dass uns das gelungen ist.

Wie arbeitest du – schreibst du einfach drauflos oder sammelst du erst mal gezielt Materialien?

Thilo Seibel:

Sowohl als auch. Bei Themen wie der Abschaffung des Bargeldes oder der Wohnungsnot z.B. muss man viel recherchieren. Ich muss das auch beim Thema schwäbische Fachbegriffe – ich kann ja nicht alle 5 Minuten den Herrn Krebs oder die Frau Hauf anrufen und fragen „wie sagt ma des jetzat?“ Manches ergibt sich aber auch aus dem Fluss und aus den Figuren, und für so manche Wendung der Geschichte haben wir zusammengesessen und herumgesponnen, also sehr kreative Bildschirm-Meetings, bei denen man nicht wissen will, ob die Kollegen vollständig bekleidet sind,

Verrate uns doch noch ein bisschen was zu dir, deiner Person.

Thilo Seibel:

Ich kann mich gut in einem Supermarkt vor dem Nudelregal verlaufen. Ich bin nicht in der Lage, die Erfordernis technischer Errungenschaften von Automobilen nachzuvollziehen. Ich kann stundenlang autistisch in einen Bildschirm oder in Wolken starren, aber so richtig heiß laufe ich erst in einem Team mit anderen Wahnsinnigen. Sollte ich mehr erzählen? Lieber nicht...

Was hast du vor dem Beruf des Kabarettisten und Autors  gemacht?

Thilo Seibel:

Ich kann mich nicht erinnern. Ich kam auf die Welt, und plopp war ich Kabarettist und Autor. So geht das, wenn man nichts anderes kann.

Wann hast du angefangen mit eigenen Kabarett-Programmen auf die Bühne zu gehen? / Wolltest du schon immer eigene Kabarett-Stücke schreiben?

Thilo Seibel:

Oh ja, schon immer! Aber es brauchte genau diesen Haufen von wahnsinnigen Mitstreitern, zu denen ich ausdrücklich Sebastian Weingarten, Roland Mehr und das ganze Haus mitzählen möchte, um so etwas Feines umzusetzen!

Wie gelingt es dir, neben deiner Solokarriere auch noch im Hausprogramm selbst mitzuspielen, also eine eigene Rolle einzustudieren?

Thilo Seibel:

Auch das ist relativ einfach: Man sammelt und schreibt einfach die ganze Zeit für drei verschiedene Projekte, spielt jeden Termin, den man kriegen kann, und kurz bevor man irgendwo eingeliefert wird, sagt man der Agentin, da kann ich nicht, da bin ich mal für einen Tag auf dem Berg. Außer es ist Pandemie, dann macht man das mit dem Schreiben genauso, nur die Spieltermine fallen weg.

Lieber Thilo, das klingt nach viel Herzblut und Professionalität!  Herzlichen Dank für das Gespräch  euch beiden, Sebastian und Thilo – und euch allen:  toi, toi, toi für die PREMIERE!

Liebe Zuschauer, Sie dürfen gespannt sein!

Ab 16. September spielt das Hausprogramm „Bopser9“ im Renitenztheater. Weitere Infos und Karten sind ab sofort hier erhältlich.

Auf Wiedersehen im Renitenz!

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