Eigenproduktionen/Projekte

Der Impresario von S

Das Hausprogramm des Renitenz-Ensembles frei nach Goldoni - Premiere war am 13. Dezember

Zur Story: Ali ist Türke, ein reicher Türke, der die europäische Kultur so sehr bewundert, dass er ein Opernensemble in seine Heimat einladen will. Also fährt er nach Europa. Bald lernt er das Theater kennen. Und Ali? – Flieht rasch wieder heim! So hatte er sich das nämlich nicht vorgestellt. Der Konkurrenzkampf in der Theaterwelt tobt. Intrigen, Ängste und Eitelkeiten greifen um sich. Die Krise beutelt Europa, das unterzugehen droht. Die ökonomische Weltmacht verkommt zur Touristenattraktion. – Ist es bloß eine Posse?

Schon Goldoni hat es geahnt. Allerdings hat er »nur« Venedig gemeint und nicht ganz Europa. Zwei Jahre nach der Premiere des Originals -»Der Impresario von Smyrna« flieht auch Goldoni, wie schon sein Protagonist Ali, aus Venedig. Was folgt, spricht Bände: Der weltberühmte italienische Autor schreibt seine Memoiren in Paris auf Französisch! Und Venedig geht seither unter.

»Der Impresario von S« ist eine satirische Milieustudie mit scharfem Witz, ein urkomisches und erschreckend aktuelles Stück um divenhafte Rivalitäten, Träume und Hoffnungen, Existenzängste und Krisen. Die Darsteller karikieren sich selbstironisch. Dabei wird im Stück auch das Original Goldonis gespielt – oder besser geprobt – und alle lachen sich kaputt!

Es spielen: Schirin Brendel, Martina Guse, Stefanie Friedrich, Martin Theuer, Michael Foerster und Sebastian Weingarten. 
Bearbeitung
Christian Duda nach Carlo Goldoni. Regie: Christian Achmed Gad Elkarim

grenzenlos - politisch-satirisches theater in europa

Ziel des Projektes ist, das politisch-satirische Theater, insbesondere das Kabarett-Theater als Medium der Reflexion gesellschaftlicher Veränderungen zu nutzen, den transnationalen Austausch von Kultur im Bereich politisch-satirischen Theaters anzuregen, und damit den kulturellen Dialog zwischen den am Projekt beteiligten Staaten zu fördern. Erfahrungen, die im Produktionsprozess unter einem gemeinsamen Thema und Titel, jedoch mit länderspezifischen Schwerpunkten gewonnen wurden und Problemstellungen, die sich ergeben, sollen im europäischen Rahmen diskutiert werden.

Ausgehend von der Struktur des Projektes sollen lokale, regionale, nationale und internationale Netzwerke gebildet werden, die einen wirklichen sozialen und kulturellen Mehrwert auf europäischer Ebene darstellen.

Bestandteile des Projektes sind die Hausprogramme des Renitenztheaters in Form satirischer Theaterstücke, die autorenarena und die Kabarettwerkstätten für Jugendliche. Mit den Produktionen geht das Renitenztheater auf Gastspielreisen: seit Projektstart nach Polen, Rumänien, Kroatien und Frankreich beziehungsweise empfängt Partnerbühnen in Stuttgart.

So war zum Beispiel die Hausproduktion "Flittchen im Kittchen" 2012 zu Gast im russischen Samara und bei unseren französischen Nachbarn in Straßburg. Im Gegenzug freuten wir uns, die russischen Kollegen des Samarskaya Ploschtschad (05. Oktober) mit dem Ausdruckstheater "Wir spielen Bidstrup" und die französische Chansonnette Virginie Schaeffer (23. Oktober) mit einem "Cocktail de chansons francaises" empfangen zu können.

autorenarena

Mit der "autorenarena" werden dem interessierten Publikum einer Tradition des literarischen Kabaretts folgend, Theater- und Drehbuchautoren vorgestellt sowie Autoren, deren Prosatexte sich für eine Dramatisierung eignen.

In einer "Inszenierten Lesung" spielen und lesen Schauspieler unter Regie. Sie stehen im Spannungsfeld zwischen Buch und Darstellung. Dies sowie ansatzweise ein Bühnenbild, Kostüm- und Lichtgestaltung geben der "autorenarena" den besonderen Reiz eines "work in progress". Die vierte Probe ist die Aufführung.

Der Autor geht nach der einstündigen Bühnenpräsentation aus seinem Werk und nach einem Gespräch mit dem Moderator, zusammen mit diesem, den Schauspielern und dem Regisseur/Dramaturgen zum Publikum in die Arena.

Die Stuttgarter Zeitung schreibt "Schauspieler lesen und spielen im Imaginationsraum der Literatur" und "... könnte eine echte Alternative zur Autorenlesung sein".

Die autorenarena wurde gefördert durch