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Freitag 10. Februar 2012

Ein Stückchen vom Flittchen: Der Requisitenkauf

Für „Flittchen im Kittchen“ hat sich Honey Pie-Sängerin Anette Heiter selbst auf den Weg gemacht, um eines ihrer exquisiten Requisiten aufzutreiben. Hier ihr Bericht:

Für meine Rolle als Flittchen fehlte mir noch eine Peitsche - eine echte Domina-Peitsche.
Doch, wo bekommt man die her? Richtig: im gut geführten Fachhandel in Stuttgart, also im Arachne SM-Studio in der Zuckerfabrik.
Von außen ein völlig unauffälliges Gebäude - die Tür ist verschlossen.
Es öffnet eine kleine, nette Dame Mitte 50 mit badischem Akzent. Sie führt mich vorbei an Lack-und Lederklamotten, Ketten, Gummimasken und mittelalterlich anmutenden Folterwerkzeugen, deren Wirkungsweise ich mir nicht einmal vorstellen möchte, und erkundigt sich sehr freundlich nach meinen Wünschen.
„Ah, a Peitschä füas Thäadä“ (der Badener spricht ja grundsätzlich kein „R“)
Sie plaudert auf mich ein, als würde sie mir Häkelgarn für einen Weihnachtspullover verkaufen wollen und kein derbes Sexspielzeug.
Die Auswahl ist umwerfend - vom kurzen Gertchen über die neunschwänzige Katze bis zur richtig langen Lederpeitsche -  alles da. Ich entscheide mich für eine Peitsche mittlerer Länge, weil ich hoffe, damit die geringsten Verletzungen bei meinem Bühnenpartner - der ja nebenbei auch mein Intendant ist - hervorzurufen.
Mir fehlt noch Haltewerkzeug - das “Objekt“ (so heißt in der SM-Sprache der passive Teil) soll ja vor der “Behandlung“ fixiert werden.
„Da gäb‘s die Hand- und Fußfesseln aus Lädä - auch gefüttät, dann isses angenämä zu tragä - aus Kunschtlädä isses a bissi günschtigä.“ Ich nehme die günstige Variante. Ist ja nur für kurze Zeit. Sie beschreibt mir noch ausführlich, wie die Handfesseln zu schließen sind - es sollte ja schnell gehen und ich muss mich wirklich zusammenreißen nicht einfach los zu prusten. Die nette Dame wirkt so unglaublich komisch in diesem SM-Laden, wie sie sachlich, freundlich und mit hausfraulicher Wirtschaftsvernunft alles erklärt - das ist Realsatire - ich muss unbedingt verhindern, dass das Theater sie kennen lernt, sonst bin ich meinen Job los!

 

 

 

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