Das Renitente Blog

Honey Pie & Sebastian Weingarten, Foto: S.Haymann

Freitag 09. Dezember 2011

Über das "Making of" von Flittchen im Kittchen

Zur Premiere unserer neuen Eigenproduktion "Flittchen im Kittchen" am 15. Dezember erläutert heute Anette Heiter von Honey Pie Hintergünde zur Story: 

"Die Idee war eigentlich, eine kabarettistische Musikrevue zu machen, also Musiktitel, die durch kabarettistische Zwischentexte miteinander verbunden werden.
Um einen „roten Faden“ zu finden, haben wir uns gefragt, was wir denn so mitbringen an Fähigkeiten und Themen.

Zwei studierte Musikerinnen, jede Menge Instrumente, Komposition, Arrangement ... alles wichtig für die Show, aber nicht wirklich ein Thema, über das sich erzählen lässt.
Privat: alle drei verheiratet - aber jetzt bitte nicht schon wieder eine Show über das Mann-Frau-Thema, da sträuben sich ja schon beim Drandenken die Nackenhaare.
Alle drei Mutter - aber mit Programmen über die Freuden des Elternseins haben uns in den letzten Jahren schon andere flächendeckend und fast bis zum Erbrechen beglückt, das ging gar nicht.
Aber da war doch noch die Juristin in der Gruppe - früher Staatsanwältin, dann längere Zeit Strafrichterin, seit neuestem Krimiautorin und daher ausgestattet mit jeder Menge krimineller Energie.
So kam die Idee auf, die Geschichte im Knast spielen zu lassen.

Jede durfte sich ausdenken, wegen welcher Delikte sie in Untersuchungshaft sitzen möchte - mehr verraten wir dazu jetzt noch nicht - und wir waren uns auch schnell einig, dass wir die gängigen Gefängnisklischées wie Jailhouse Rock, Ausbruchsversuch und Gründung einer Knastkapelle vermeiden wollen.
Die Songs waren schnell gefunden - einige „Klassiker“ wurden umgetextet, einige wurden gecovert, viele Stücke zum Thema passend neu geschrieben - die Kompositions- und Arrangement-Werkstatt arbeitete auf Hochtouren.

Dann ging es an die Szenen:
An einem sonnigen Märzwochenende trafen sich Texterin und Regisseur in einem Berliner Café und dichteten, was das Zeug hielt - und fast wie von selbst ergab sich eine durchgehende Story mit nahezu sinnvoller Handlung. Aus der Revue war ein Theaterstück geworden.
Längst hatte der Theaterintendant Interesse bekundet, die Verwaltungstätigkeit durch einen Schauspieleinsatz in dem Projekt zu ergänzen und wurde mit zahlreichen Männerrollen versehen, was nicht nur künstlerisch reizvoll, sondern angesichts der dünnen Personaldecke auch wirtschaftlich äußerst sinnvoll ist.
In den Wochen danach wurde der Text im Feinschliff ausgearbeitet, die Maildrähte zwischen Stuttgart und Berlin liefen heiß - parallel dazu wurden die Musikstücke zur Perfektion gebracht, nicht nur gesanglich sondern auch instrumental. Eine Ukulele wurde angeschafft und erlernt, Trommeln wurden gerührt, ein Kontrabass entstaubt und zum brummen gebracht, Gitarren gestimmt, Klaviere malträtiert.
Anfang Oktober war die erste Bühnenprobenphase ... aber das ist eine andere Geschichte."


Kommentare: 2 Antworten zu “Über das "Making of" von Flittchen im Kittchen”

  1. Rainer Ziehm sagte am Sonntag, 15-01-12 16:17:

    Liebe Honey-Pies,
    lieber Sebastian Weingarten,

    das Jahr 2012 hat gut begonnen – zunächst ist Freitag der 13. schadlos an mir vorübergegangen, und einen Tag später habe ich im Renitenz-Theater mit dem Stück „Flittchen im Kittchen“ einen kurzweiligen Abend mit guter Unterhaltung verbracht.
    Zum Teil bekannte Melodien wurden mit eigenen kritischen, aber auch witzigen Texten versehen und so zu einer Gefängnisstory der besonderen Art.
    Bei den Künstlerinnen gefielen mir besonders die guten Singstimmen, aber auch ihre gut eingesetzte Gestik und Mimik, die die Texte noch unterstrichen.
    Bei dem mitspielenden Intendanten, Sebastian Weingarten, machte sich seine breitgefächerte Ausbildung bemerkbar; sowohl die wenigen Gesangseinlagen, wie auch die Auftritte in den verschiedenen Rollen kamen sehr gut rüber.
    Bleibt zu hoffen, dass das Stück noch des Öfteren auf dem Programm erscheinen wird.
    Viele Grüße aus dem Rheinland
    Maat et joot
    Rainer Ziehm

  2. Harry sagte am Montag, 12-12-11 14:48:

    Liebes HoneyPie-Team,
    meine Frau und ich haben das Glück, am heutigen Abend eine Probe dieses Stückes beobachten zu können. Wir freuen uns sehr darauf und sind schon sehr gespannt. - Für die Permiere am 15.12. und für alle folgenden Aufführungen wünschen wir Euch viel Glück und einen vollen Erfolg.

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