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Montag 07. November 2011

Interview mit Oliver Polak!

Am Dienstag, den 8.11. haben wir Oliver Polak mit seinem provokativen Programm "Ich darf das, ich bin Jude! Live!" bei uns auf der Bühne. Vorab hier die Aufzeichnung eines erfrischenden Mobilfunkinterviews mit dem Künstler:

Was dürfen Sie als Jude, was andere, vielleicht auch das Publikum, nicht dürfen?
Meine Biografie ist die Grundlage meines Programms und viele Bekannte und Kollegen haben immer zu mir gesagt „Du darfst das ja, du bist ja Jude, du darfst solche Witze machen“. Den Gedanken fand ich so schwachsinnig, dass ich mir dachte, nenn ich mein Programm halt so. Was mir aber immer auffällt, ist, dass die Leute oft nicht verstehen, dass Protagonisten auf der Comedy-Bühne  nicht immer alles ernst meinen, was sie da sagen, sondern Gags machen.

Mit Ihrem Programm "Ich darf das, ich bin Jude! Live!" sorgen Sie mitunter auch für Verunsicherung. Wie kommen Sie und Ihr Programm beim Publikum an?
Dazu kann ich nichts sagen, ich bin ja nicht das Publikum. Ich finde das ist Geschmacksache, ich will die Leute ja nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken bringen.


Woher haben Sie Ihre Ideen?
Hauptsächlich sind meine Biografie und mein Alltag die Stofflieferanten meiner Ideen und das klappt ganz gut. Aber auch Depressionen, Hornyness oder Stofftiere gehen in meine Ideenwelt ein.

Möchten Sie etwas zu den aktuellen „Jüdischen Kulturtagen in Stuttgart“ sagen? Wer keinen Bock auf die Jüdischen Kulturtage hat, der soll am Dienstag zu mir kommen. Das wird ne True-Jew-Comedyshow: Stand up- Sit down-Shut up! Wenn die Leute sich unterhalten fühlen, freu ich mich.

Geben Sie uns einen Vorgeschmack auf Ihre Show?
Es gibt schon oft seltsame Situationen: Zum Beispiel wenn mich Leute fragen, ob ich mit Ihnen Schindlers Liste anschauen will. Ich geh doch auch nicht zu Monica Lierhaus und frag sie, ob sie mit mir Forrest Gump anschauen will. Lauf Forrest, lauf! 

Sonst noch was?Ja! Mir ist es egal ob die Leute finden, dass ich rassistisch oder antisemitisch bin. Hauptsache sie denken, dass ich dünn bin. 

Vielen Dank, Herr Polak!

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